Bausteine für die Einheit der Christen Heft 208, 2018. 58. Jahrgang

Advents- und Weihnachtszeit 2018

 

Abschied von Rosemarie Müller + 11. März 2018. 3

Eine persönliche Erinnerung. 6

Gott, Naturgesetze, Wunder 8

Der Streit zwischen Luther und Erasmus über den freien Willen. 16

Gottesbilder im Lauf der Geschichte. 32

Impressum.. 39

Wie Sie unsere ökumenische Arbeit finanziell unterstützen können. 40

 

Unsere  Engel

Im Glanz des Herrn tritt der Verkündigungsengel am Heiligen Abend vor die Hirten auf dem Felde, und plötzlich ist ein großes himmlisches Heer bei ihm (Lk 2, 9.13). Altes und Neues Testament  setzen  die Existenz von Engeln als selbstverständlich voraus. Sie stehen als gute Engel im Dienste Gottes, vor allem als Überbringer seines Willens an die Menschen. Daher ihr Name als „Boten“ (hebräisch mal’ach, griechisch angelos, lateinisch angelus, englisch angel, deutsch Engel usw.). Die in der Kunst vorherrschenden Darstellungen als menschliche Gestalten mit Flügeln  sind mehr oder weniger Notbehelfe und gehen auf altorientalische Vorbilder zurück. An sich sind sie reine Geistwesen. Sichtbare Gestalt nehmen sie aber an, wenn sie Aufträge Gottes gegenüber uns Menschen zu erfüllen haben und wir sie  hören und sehen sollen. Wir dürfen damit rechnen, dass sie uns bis in unseren Alltag hinein in allen möglichen Formen erscheinen, je nachdem, wie Gott es will,  auch in der Gestalt helfender, rettender oder beglückender Menschen. Ich habe meinen vor mehr als 50 Jahren „zufällig“ kennengelernt und sie dazu gebracht, mich zu heiraten (oder umgekehrt); der beste Entschluss meines Lebens.  Unsere Schutzengel, die uns Tag und Nacht durch unseren Alltag begleiten, würden den ganzen Betrieb durcheinander bringen, wenn sie plötzlich als übermächtige Lichtgestalten vor uns stünden. Auch der Engel, der Tobit (Tobias) begleitete und schützte, erschien in ganz alltäglicher Gestalt als Reiseführer und gab sich erst ganz zum Schluss als der Erzengel Raffael zu erkennen (Tob 12, 13). Ein  Engel  rettet Hagar vor dem Verdursten in der Wüste (1. Mo 16, 17). Er  verkündet der unfruchtbaren Sara, dass sie einen Sohn bekommen wird (1 Mo 16, 11) Er  fällt Abraham in den Arm, da er seinen Sohn Isaak nicht opfern soll (1 Mo 22, 11). Er erscheint dem Moses im Dornbusch (2 Mo 3, 2) und  tritt Bileam in den Weg (4 Mo 22, 22).

 Das gilt erst recht für das Neue Testament. Der Engel  bringt Josef den rettenden Befehl, mit seiner Familie nach Ägypten zu fliehen (Mt 1, 2O). Engel kamen und dienten Jesus, als er die Versuchungen des Teufels abgewiesen hatte (Mt 4, 11). Im Weltgericht wird Christus seine Engel aussenden und durch sie die Bösen von den Gerechten trennen lassen (Mt 13, 41.49). Am Jüngsten Tage wird er mit den heiligen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommen (Mk 8, 38). Der Engel Gabriel bringt Maria die Botschaft von Gott (Lk 1, 26). Die Engel am Grab verkünden die Auferstehung des Herrn. Ein Engel öffnet nachts die Gefängnistore und führt die verhafteten Apostel heraus (Apg 5, 19). In der gesamten Offenbarung des Johannes spielen die Verkündigungs- und Gerichtsengel eine zentrale Rolle.

Als Christen müssen wir aber auch realistisch mit den bösen Engelmächten, also mit Satan und seinem Gefolge rechnen. Es gibt todbringende Engel (Offb 9, 11), gefallene Engel (2 Petr 2, 4; Jud 6), den Satan zusammen mit seinen Engeln (2 Kor 11 ,14; 12 ,7; Offb 12, 7.8), Engelmächte und böse Geister (Röm 8, 38; Gal 4 ,3-5.8.9; 1 Petr 3, 22).

Die Einteilung in verschiedene Engelchöre und Engelhierarchien ist ein Produkt spätantiker Theologie und Philosophie. Eine gewisse Gliederung ist aber auch in der Bibel angedeutet: es gibt die Erzengel Gabriel („Mann Gottes“ Dan 8, 16; 9, 21; Lk 1, 11-2O.26-38), Michael („Wer ist wie Gott“ Dan 1O, 13; 12,1; Jud 9; Offb 12,7.8) und Raffael (= „Gott ist Heilung“ Tob 5, 4-12.22). Es gibt die „Engel der Gemeinden“ (Offb 1-3), deren Deutung freilich schwierig und deshalb nicht ganz einheitlich ist; wahrscheinlich sind aber die Schutzengel gemeint, die auch eine jede Gemeinde Gottes auf Erden hat. Schließlich kennt die Bibel auch Engelfürsten, die als Schutzengel von Völkern und Staaten fungieren. Nach alter Tradition gilt ja der Erzengel Michael als der Schutzengel Deutschlands. Gerade solche „Völkerengel“ regen uns dazu an, heute vielleicht stärker als früher die Engel nicht nur  als Einzelgestalten, sondern als geistige Mächte und Gewalten zu sehen – auch als böse und zerstörerische. Aber auch sie stehen unter der Herrschaft Gottes, ihre Macht ist bereits durch Jesus Christus gebändigt, aber bis zum jüngsten Gericht werden sie noch gegen einander kämpfen, bis die bösen Engelmächte endgültig überwunden sind.  „Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel“ (Eph 6, 12). Mit dem Apostel Paulus dürfen wir aber wissen, „dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn“ (Rö 8, 38.39).

Vorstand, Geschäftsstelle und Redaktion wünschen eine frohe und gesegnete, vor allem friedliche Advents- und Weihnachtszeit.           H.K.

                                                            

Abschied von Rosemarie Müller + 11. März 2018

Ein Leben für die Ökumene

Traueransprache in Berlin am 21. März 2018. Text: Joh.14,1-7

Volkmar Walther

Wir nehmen heute Abschied von unserer Schwester Rosemarie Elisabeth Müller. Unsere Anteilnahme gilt allen, die mit unserer lieben Heimgegangenen auf verschiedene Weise verbunden waren. „Wir leben und wir müssen sterben, wir sterben und wir werden leben.“ Das  hört sich wie ein Wortspiel an, aber das ist die Botschaft des christlichen Glaubens - auch jetzt hier in dieser Abschiedsstunde. Wenn wir uns fragen, was unser Leben sei, dann gibt die Bibel die Antwort, es sei wie ein Weg, ein Weg durch dieses irdische Dasein und ein Weg zu Gott.

So versuchen wir oft beim Abschied von einem lieben Menschen, sein Leben, seine Biographie in den Blick zu bekommen. Wir erkennen, wo wir ihm begegnet sind, wo wir vieles gemeinsam erfahren haben. Wo unsere Lebenswege sich gekreuzt haben, wo wir einen vielleicht langen Weg miteinander gegangen sind. Wir erkennen, welche Stationen unser Leben hatte, welche Stufen der Reifung, und wir erkennen „was bleibt“ über den Tod hinaus. So denken wir auch an Sr. Rosemarie-Elisabeth, welche nach einem reich gesegneten Leben von fast 95 Jahren heimgerufen wurde. Morgen wäre ihr 95. Geburtstag gewesen.

Unsere liebe Heimgegangene stammte aus einer frommen ev. Familie. Ihre Frömmigkeit brachte sie schon in der Schulzeit in Konflikt mit den Nazi-Behörden und  -Lehrern. Nach dem Abitur begann sie mit ihrer Ausbildung zur Gemeindehelferin am Burckhardt-Haus Berlin-Dahlem. Auch hier gab es wieder Schwierigkeiten wegen ihrer ökumenischen Haltung, die manchen als zu „katholisch“ vorkam. Mit 30 Jahren heiratete sie und wurde „hochkirchlich getraut“. Schon sehr früh begann ihr Einsatz für das Anliegen der Ökumene. Sie hatte sehr enge Kontakte zur Una Sancta Berlin-Brandenburg, wo sie vor zehn Jahren mit dem Ökumene-Preis ausgezeichnet wurde. Auch gehörte sie zur Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft und den Ev. Franziskanertertiaren. Seit Jahrzehnten engagierte sie sich im Bund für ev.-kath. Einheit und in der St. Jakobusbruderschaft. Ich denke vor allem an ihren Dienst für den Berliner Kreis, die Tagungen im Hans-Asmussen-Haus in Dalherda. Dazu gehört auch ihr großes Engagement auf Kirchen- und Katholikentagen. Dies gilt auch bei der Herausgabe unserer Zeitschrift „Bausteine für die Einheit der Christen“. Sr. Rosemarie-Elisabeth ist eine evangelische Christin mit katholischem Herzen. Sie ist eine „Pontifexa“ (Brückenbauerin), wie Georg Kardinal Sterzinsky sie nannte. So hat sie die Treffen in Dalherda, Veranstaltungen in der Vaterunser-Kirche und später in der St.Canisius-Kirche sowie viele Busfahrten zu kirchlichen Orten im In- und Ausland organisiert. Sie vertrat die Bruderschaft bei Veranstaltungen auf dem Alexanderplatz und vor dem Roten Rathaus. Einen Rückhalt für all ihre Arbeit fand Rosemarie stets bei ihrer Zwillingsschwester Sigrid Goedecke geb. Müller.

Ihre Musikalität begleitete Rosemarie ihr ganzes Leben lang. Oft erfreute sie uns mit ihrem Gitarrenspiel und Gesang von kirchlichen und volkstümlichen Liedern, deren Texte sie bis zuletzt auswendig konnte.

Auch mit über 80 Jahren leitete sie mit Frau Dr. Gisela Schröder und Herrn Jörg Hagen die zweimal im Monat stattfindenden Veranstaltungen in der St. Canisius-Kirche.

Liebe Schwestern und Brüder, unserer lieben Heimgegangenen bin ich sehr dankbar für ihren ökumenischen Dienst als Brückenbauerin, mit der ich seit meiner Rostocker Studienzeit (1968-1973) geistlich eng verbunden war. Wir nehmen Abschied von einem „Urgestein der Ökumene“. So bezeichnete Msgr. Töpel Rosemarie  bei ihrer Auszeichnung mit dem Ökumene-Preis des Jahres 2008 vom Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg.

„Wir leben und wir müssen sterben“ - Das ist eine Realität.  Die Verheißung des Glaubens aber sagt uns: Wir sterben und werden leben! Sie gilt trotz der Erfahrung, dass wir leben und sterben müssen. Angesichts des Todes stellt sich die unausweichliche Frage, auf wen und auf was wir unser Leben  bauen. Jesus hat am Grab seines Freundes Lazarus gesagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben! Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist“. Die letzte, die entscheidende Begegnung mit Gott ereignet sich im Tod. Hier wählen wir unser Schicksal. Angesichts des Todes sind wir in Frage gestellt mit unserer ganzen Existenz. Der Tod zerreißt alle irdischen Beziehungen. Jesus gibt aber eine Verheißung: „Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen“. Dort ist das Ziel. Dort ist unsere Heimat: bei Gott, bei Christus. Daran hängt also alles: an dieser, auch den Tod überdauernden Beziehung zu Gott, durch Jesus Christus. Das ist das „ewige Leben“ (Joh.17, 3). Und weiter sagt Jesus: „Ich komme wieder, und ich werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin“ (Joh.14, 3).

Wenn das Neue Testament vom ewigen Leben spricht, dann betont es immer die ursprüngliche Verbundenheit mit Gott in Jesus Christus.

Wenn wir so im Tod dem Geheimnis Gottes begegnen, dann wird wahr, was wir erbitten: „Der Herr vollende nun an Dir, was er in der Taufe begonnen hat“. Im Glauben an Christus hat Rosemarie gelebt und ist sie gestorben. Möge ihr Christus nun Anteil schenken an Seiner Herrlichkeit. Amen.

 

Eine persönliche Erinnerung

Volkmar Walther

Als Rostocker Theologiestudent kam ich 1969 zur Hochkirchlichen St. Johannes-Bruderschaft und den Evangelischen Franziskanertertiaren, zu denen auch Rosemarie Müller gehörte (daher ihr geistlicher Beiname Elisabeth. Red.) In dieser Zeit hatten wir in der DDR unsere Jahrestagungen im Stephanus- Stift Berlin - Weißensee. An diesem Ort war es möglich, auch Gäste aus dem Westen zu empfangen. Dort sind wir uns erstmals begegnet. Von dieser Zeit an standen wir in brieflichem und persönlichem Kontakt. Der Fall der Mauer brachte es dann mit sich, auch persönliche Verbindungen zum Bund für ev.-kath. Wiedervereinigung (heute: Einheit. Red.) und der St. Jakobus-Bruderschaft aufzunehmen. Besonders lieb geworden ist mir unser damaliges geistliches Zentrum, das Hans-Asmussen-Haus in Dalherda. Dort leitete sie über viele Jahrzehnte verschiedene Tagungen, Einkehrzeiten und Feriengemeinschaften der Berliner Gruppe. Für mich waren diese Zusammenkünfte geistliche Tankstellen für mein ökumenisches Tun im Dienst als Gemeindepfarrer und darüber hinaus. Sr. Rosemarie war mir eine wichtige Lehrerin und Partnerin auf diesem Weg. Gerne denke ich an unsere Begegnung im Jahre 1983 in Coburg, wo sie mit Pfr. Mundt (München) und einer Gruppe aus Berlin an einer Tagung der IEF(Internationale ökumenische Gemeinschaft) teilnahm. Ich war damals von meiner Landeskirche delegiert, dort einen Vortrag zum Thema ‚Heiligenverehrung bei Luther‘ zu halten. [Ein ausführlicher Auszug aus diesem hoch interessanten Text im nächsten  Heft. Red.]  Ganz besonders danken wir ihr für ihr Wirken für die Ökumene in unserem Bund für ev.-kath. Einheit, der St. Jakobusbruderschaft und der Una Sancta in Berlin. Durch ihr großes Organisationstalent und die vielen Verbindungen, die sie hatte, konnte sie viel bewirken. Nicht unerwähnt bleiben darf ihr großer Einsatz bei Ev. Kirchentagen und  Katholikentagen. Mit sehr großer Hingabe war sie dabei. Dazu gehören all die Begegnungen und guten Gespräche an unserem jeweiligen Informationsstand.

Danken möchte ich ihr auch für die kontinuierliche und treue Mitarbeit an unserer Zeitschrift ‚Bausteine für die Einheit der Christen‘. Die von ihr verfassten Vorworte zu den jeweiligen Heften (Hefte 120 von 1990 bis 178 von 2007. Ihr erster Beitrag war in Heft 85 von 1982 eine lebendige Schilderung einer Feriengemeinschaft in Dalherda. Red.) waren eine gute Einladung und Hinführung zur Lektüre. Nicht unerwähnt lassen möchte ich einen Aufsatz von ihr aus dem Jahr 1957 zum Thema ‚Die Hochkirche in der Sicht der Laien‘, der mich als suchender Theologiestudent sehr angesprochen hat. Hier beschreibt sie klar, wie hochkirchliches Leben in der Praxis aussehen kann. Schaut man auf die gegenwärtige landläufige landeskirchliche Praxis - dann wird deutlich, wie aktuell die von ihr formulierten Gedanken heute noch sind! Rosemarie Müller war eine ökumenische Brückenbauerin. Anlässlich ihres 85.Geburtstages erschien in der Katholischen Sonntagszeitung von Berlin ein Porträt über Rosemarie Müller von Georg von Glowcewski mit der Überschrift: ‚Herr, gib mir Mut Brücken zu bauen‘, das auch in Bausteine Heft 180 von 2008 erschien. Dort erfahren wir etwas von ihrem bewegten Leben, aus dem sie im gesegneten Alter von fast 95 Jahren heimgerufen wurde. Wir sind ihr für all ihren Dienst und ihr Engagement dankbar. Ganz besonders danken wir Gott, der sie mit einem erfüllten Leben reich gesegnet hat.

 

 

Gott, Naturgesetze, Wunder

Hansjürgen Knoche

Unzutreffende Theorien

Trotz der seit  Jahrzehnten in Lourdes und Fatima  von unabhängigen Expertenkommissionen untersuchten übernatürlichen Heilungen und der in tausenden von  Heiligsprechungsverfahren ausführlich belegten übernatürlichen Taten der Heiligen,  von denen man viele in den Büchern des international bekannten Hagiologen  Wilhelm Schamoni [1] nachlesen kann (er spricht von einem „fortlaufenden Kommentar zum Neuen Testament“) halten  viele sich als aufgeklärt rühmende Menschen, auch  Naturwissenschaftler wie der am 14. März 2018 verstorbene große Physiker Stephen Hawking (bekennender Atheist und lebenslängliches Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften) solche singulären Abweichungen vom gewöhnlichen Lauf der Dinge für Aberglauben. Die übliche Begründung lautet: Das  würde gegen die Naturgesetze verstoßen und ist deshalb unmöglich. Selbst wenn man in diesen Kreisen noch an einen Schöpfergott glaubt, so wird dieser nach der Weltanschauung des Deismus als der große Uhrmacher verstanden, der die Weltmaschine einmal geschaffen und sich dann aber zurückgezogen hat, weil jeder weitere Eingriff das Uhrwerk zerstören müsste. Andere gehen von dem Glauben aus, dass Gott bei der Entstehung des Universums ohnehin keine Rolle spiele bzw. überhaupt nicht existiere, sondern dass alles durch die Naturgesetze von selbst entstanden sei. So hat Hawking 1981 ausgerechnet auf einer Kosmologietagung im Vatikan ausgeführt, das Universum habe keinen Rand und keine Grenzen, es sei völlig in sich selbst abgeschlossen und habe somit weder Anfang noch Ende; die Frage nach der Entstehung sei müßig. Das Universum existiere einfach.  Weil das Gesetz der Schwerkraft existiere, könne und werde sich das Universum selbst „spontan aus dem Nichts“ erzeugen. Warnende Stimmen wie die des  Philosophen Wittgenstein, der darauf hingewiesen hat, es sei der Grundirrtum unserer Zeit, dass die Naturgesetze irgendetwas bewirkten, während sie doch in Wirklichkeit nur den gewöhnlichen Lauf der Dinge beschreiben, bleiben in diesen Kreisen ungehört. Für Hawking war das ganz einfach: „Die Philosophie ist tot“. Dieser Satz ist aber  selbst Philosophie. Auch die Regeln des Kausalitätsprinzips (jede Wirkung braucht eine Ursache), mit dem doch jede Wissenschaft, besonders die Naturwissenschaft, unausweichlich arbeiten muss, weil sie sonst überhaupt nichts erklären kann, und der Widerspruchsatz (man kann von etwas in der gleichen Hinsicht nicht gleichzeitig sagen, dass es  existiert und nicht existiert) wurden beiseitegeschoben. Der Satz also, das Universum erzeuge sich spontan selbst, steht in offenkundigem Widerspruch zum Kausalitätsprinzip und zum Widerspruchsatz und ist eigentlich unwissenschaftich, denn etwas, das noch  nicht existiert, kann nicht Ursache seiner selbst sein.

 Die große Mehrheit der  Physiker folgt deshalb auch weiterhin der Theorie, das Weltall sei vor 4-5 Milliarden Jahren durch einen gewaltigen Energiestoß, den sogenannten Urknall, entstanden, habe also einen zeitlichen Anfang. Das entspricht dem Kausalitätsprinzip und ist durch physikalische Tatsachen, die im heutigen Universum exakt beobachtet werden können (Expansion des Weltalls, spektrale Rotverschiebung, Hintergrundstrahlungen aus der Anfangszeit usw.) zu belegen und mit den christlichen Schöpfungsglauben  zu vereinbaren.

Eine Theorie, die wissenschaftliches Kausalitätsdenken verlässt, ist hingegen auch „Philosophie“, nämlich materialistische Spekulation. So modern sie sich auch gibt, philosophisch gesehen ist sie uralt: Der Materie wird Ewigkeit, Allgenwart und Allmacht zugeschrieben, sie wird also einfach anstelle von Gott für die Erst- und Totalursache alles Seienden ausgegeben.

 Eine frömmere Begründung, die zwar Gott auch  nichts mehr im Kosmos zutraut, aber doch nicht ganz auf ihn verzichten will, sagt, Gott habe sich selbst an  die von ihm geschaffenen Naturgesetze gebunden. Er verzichte freiwillig darauf, in sie einzugreifen und irgendetwas zu verändern; gerade darin zeige sich  seine Größe und Heiligkeit. Das ist aber eine rein privattheologische Theorie ohne  kirchliche Lehrgrundlage.

Aus solchen Theorien entsteht aber auch  eine Karikatur unseres Glaubens: Sie klingt so, als glaubten Christen an einen Gott, der die Welt mit ihren Gesetzlichkeiten zwar einmal erschaffen habe, aber offenbar mit ihr nicht zufrieden sei und deshalb im Lauf der Zeit immer wieder einmal versuche, mit unvermittelten nachträglichen Eingriffen etwas zu verändern. Diese herkömmliche Kritik am Schöpfungsglauben unterstellt ein viel zu menschenförmiges (anthropomorphes) Gottesbild, das nicht der kirchlichen Lehre entspricht. Deshalb ist es angebracht, sich auf das  wirkliche christliche Gottesbild zu besinnen. Daran scheitert, wie sich zeigen wird, jede  materialistisch-atheistische Ideologie.

Das christliche Gottesbild

Ich stütze mich hier im Wesentlichen auf die Dekrete des I. Vatikanischen Konzils (DH 3001 ff) und die Enzyklika Humani  generis von Papst Pius XII. [2]: Gott ist absolut einfach und zugleich absolut vollkommen. Wirklichkeit und Möglichkeit (Potenz und Akt) fallen bei ihm zusammen. Es gibt in ihm keine unverwirklichte Möglichkeit (Potenz), die „nachträglich“ noch verwirklicht werden könnte, sondern nur absolute und vollkommene Wirklichkeit (actus purus). Es gibt nichts, was er „nachträglich“ noch ändern oder  ergänzen müsste  Als der erste und totale Grund alles Geschaffenen erhält er diese Schöpfung in Dasein, solange er will (creatio continua). Anderenfalls würde sie sofort zu nichts werden. Das ist das auch philosophisch unmittelbar einsichtige Prinzip: Die erste und letzte absolute Ursache alles Geschaffenen muss selbst ungeschaffen und absolut transzendent sein, da  eine unendliche Reihe von materiellen Zweitursachen ohne eine absolute und transzendente Erstursache nicht denkbar ist (ausgeschlossener unendlicher Regress der innerweltlichen Ursachenreihen). Gott selbst ist an die von ihm geschaffenen Naturgesetze niemals, auch nicht angeblich freiwillig gebunden, sondern sie gelten nur solange und nur insoweit, als er das will. Er bindet mit den Naturgesetzen niemals sich selbst, sondern nur unser Universum und uns. Alles andere wäre ein Selbstwiderspruch, der angesichts seiner absoluten Einfachheit und Vollkommenheit nicht denkbar ist. Wegen seiner Ewigkeit umfasst seine Erkenntniskraft, die unendlich ist,  nicht nur die Gegenwart oder Vergangenheit, sondern auch die gesamte Zukunft des von ihm geschaffenen Universums. Wegen seiner absoluten Zeitlosigkeit bzw. Überzeitlichkeit sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft für ihn absolute Gleichzeitigkeit. Sein Wille ist absolut unveränderlich. Das schließt den angeblichen nachträglichen Eingriff in eine fertige Naturordnung aus.  Er ist also kein Uhrmacher, der sich aus der Welt zurückgezogen hätte, wie der Deismus behauptet. Sein Erkennen ist  unendlich und unabhängig von den außergöttlichen Dingen. In der Schöpfung gibt es nichts von ihm nicht Vorhergesehenes oder „nachträglich“ Verändertes.  Gott erkennt in seiner Überzeitlichkeit auch  alles irgendwann einmal Mögliche, also auch alle uns als „zufällig“ erscheinenden Resultate, Abbrüche, Sackgassen usw. der kosmologischen und biologischen Evolution!). [4] Er sieht auch die zukünftigen freien Handlungen der vernünftigen Geschöpfe unfehlbar voraus (!) , weiß also von Anfang an, worum man ihn im Lauf der Zeiten einmal bitten oder was er aus Gnade gewähren  wird.  Das gilt auch für die bedingt zukünftigen freien Handlungen des Menschen (!). Soweit die kirchliche Lehre.

Das ist auch die (leider viel zu spät gegebene) Antwort auf die irrige Auffassung Luthers, die er gegen Erasmus von Rotterdams Schrift „Vom freien Willen“ (de libero arbitrio) vertreten hat. Gleich im Anfang seiner Schrift „Vom unfreien Willen“ (De servo arbitrio, hier zitiert nach der deutschen Übersetzung in der Ausgabe von e-artnow, 215, ISBN 978-80-268-2761-0) hält er Erasmus entgegen: „Glaubst Du, dass Er (Gott) etwas vorherweiß, ohne es zu wollen, oder dass er etwas will, ohne es zu wissen? Wenn er es wollend vorherweiß, so ist sein Wille (weil er zu seiner Natur gehört) ewig und unveränderlich, wenn er etwas vorherwissen will, so ist sein Wissen (weil es zu seiner Natur gehört) ewig und unveränderlich. Daraus folgt unwiderstehlich: Alles, was wir tun, alles was geschieht, wenn es uns auch veränderlich und zufällig zu geschehen scheint, geschieht dennoch tatsächlich zwangsnotwendig und unwandelbar, wenn Du den Willen Gottes ansiehst.“  Das war ein grundsätzlicher, damals weit verbreiteter Irrtum der katholischen Theologie (nicht nur Luthers), weil hier das totale Voraus-Wissen Gottes einfach mit seiner totalen Voraus-Bestimmung gleichgesetzt wurde, sodass damit jede freie menschliche Entscheidung in Sachen des Heils ausgeschlossen schien. Durch das Vat. I ist nun klargestellt, dass das Vorauswissen Gottes auch die freie menschliche Entscheidung umfasst, ohne sie auszuschließen. [Zum Streit zwischen Luther und Erasmus der   umfassende Beitrag von Dr. Gisela Schröder weiter hinten in diesem Heft.]

 Das heißt im Endergebnis: Die sogenannten Wunder sind keine angeblichen Abweichungen vom gesetzlichen Naturverlauf und keine nachträglichen Eingriffe, sondern sie sind von Ewigkeit her von Gott selbst in den Verlauf seiner Schöpfung eingeplant! Er sieht also beispielsweise voraus, wann er bestimmten Menschen die Gnade erweisen wird, durch seine Kraft ein außergewöhnliches Zeichen zu setzen oder zu erhalten, das vom normalen, für uns allein berechenbaren Naturverlauf abweicht. Gottes Gesamtplan wird damit in keiner Weise gestört oder unterbrochen.

Das Denkhindernis: Unsere Zeitlichkeit

Wir können uns nun freilich dieses überzeitliche Handeln Gottes nicht wirklich vorstellen, sondern es bleibt für uns ein Geheimnis. Das beruht darauf, dass, wie insbesondere Kant in seiner transzendentalen Ästhetik und Logik in der  „Kritik der reinen Vernunft“ und Martin Heidegger in seinem Hauptwerk „Sein und Zeit“ (1927) gezeigt haben, die Zeitlichkeit der „transzendentale Horizont“ unseres menschlichen Seins ist. Transzendental bedeutet hier: vor jeder subjektiven Erfahrung liegend und die Erkenntnis von Gegenständen der Erfahrung erst ermöglichend. Anders gesagt: wir können nicht anders denken, als in einem zeitlichen  Nacheinander. Deshalb haben wir die spontane Vorstellung, wenn der Kosmos mit seinen Naturgesetzen existiere, dann könne doch nicht „nachträglich“ eine Durchbrechung dieser Naturgesetze durch irgendein singuläres Ereignis, also ein Wunder, möglich sein. Das gilt besonders von unseren heute üblichen  spontanen Denkformen, die zutiefst durch das naturwissenschaftliche Denken geprägt sind. Die Naturwissenschaft kann die Aufeinanderfolge von Ursache und Wirkung, auf der ihre gesamten Erkenntnisse ruhen, nur in einem zeitlichen Nacheinander erfassen. Darauf beruht andererseits aber auch die seit Aristoteles zum festen Bestand des abendländischen Denkens gehörende Überzeugung, dass es überhaupt nicht zu einem zeitlichen Nacheinander von Ursachen und Wirkungen kommen könnte, wenn nicht eine überzeitliche transzendente Erstursache, der „unbewegte erste Beweger“, vorhanden wäre. Hier stimmen die unumstößlichen Erkenntnisse der abendländischen Philosophie mit der christlichen Schöpfungstheologie vollkommen überein.

Schöpfung und Evolution

Das schließt wie gesagt die Möglichkeit der Evolution des Kosmos und des Lebens keineswegs aus. Ich lasse hier dahingestellt, ob wir bis heute überhaupt richtig verstehen, was Evolution eigentlich bedeutet. Der Begriff ist ideologisch viel zu stark vorbelastet, da er zum Mantra aller materialistischen und atheistischen Weltanschauungen geworden ist.  Richtig ist aber: Gott lässt zu , dass sich seine Schöpfung im Lauf unserer irdischen Zeit auch durch Versuch und Irrtum weiterentwickelt, ähnlich wie Eltern durch ihre Erziehung nicht verhindern, sondern fördern sollen, dass sich die Kinder durch Versuch und Irrtum weiter entwickeln und zu eigenen Persönlichkeiten werden. So gibt es in der Evolution abgebrochene Versuche, evolutionäre Sackgassen und ähnliches. Das alles ist dem biblischen Schöpfungsbericht nicht  unbekannt. In Gen 1,11f, heißt es: „Dann sprach Gott: die Erde lasse junges Grün sprießen, Gewächs, das Samen bildet… Und so geschah es. Die Erde brachte junges Grün hervor, Gewächs, das Samen nach seiner bildet … Gott sah, dass es gut war“. Ähnlich  noch einmal in V. 24f: „Die Erde bringe Lebewesen aller Art hervor … Und so geschah es. Gott machte die Wildtiere der Erde nach ihrer Art…“. Der Grundgedanke ist: Geschaffenes wird indem Gott ihm Evolutionskräfte verleiht, zum Mitarbeiter an der Schöpfung, ähnlich wie Kinder zu Mitarbeitern an ihrer Erziehung werden sollen.

Prädestination

Gott hat durch seinen ewigen Willensratschluss bestimmte Menschen zur ewigen Seligkeit vorherbestimmt (Konzil von Trient, DH +1540, 1565). Die Reprobation bestimmter Menschen wird ebenfalls gelehrt, aber „wegen ihrer vorhergesehenen Sünden (!)“. Das ist also im Hinblick auf den Kontext der gesamten katholischen Gnadenlehre  anders zu verstehen als die von Luther vertretene doppelte Prädestinations-Reprobationstheorie, die er in seiner schrecklichen  Schrift „Von unfreien Willen“ (De servo arbitrio) gegen Erasmus von Rotterdam und den ganzen Humanismus gerichtet hatte und die er für sein bestes Buch hielt (glücklicherweise wurde sie nicht in die Bekenntnisschriften aufgenommen). Da er von der absoluten Alleinwirksamkeit Gottes und der Unwirksamkeit aller menschlichen Verdienste ausging, beschrieb er den Menschen geradezu als  willenloses Reittier, das entweder von Gott oder vom Teufel benutzt wird, ohne dass es daran irgendetwas ändern könnte. Prädestination und Reprobation liegen also angeblich allein in der Willkür Gottes, jenes „verborgenen Gottes“ (Deus absconditus), der eben auch das Böse bestimmen kann. Ich habe mich dazu in einem früheren Aufsatz kritisch geäußert [3]. Dieses doppelte Gottesbild ist reiner Manichäismus. Chesterton hat dazu in seinem berühmten Buch über Thomas von Aquin richtig gesagt: Nachdem Thomas den Manichäismus seiner Zeit für 500 Jahre theologisch vernichtet hatte, ist er bei Luther und Calvin wieder lebendig geworden.

 In der kirchlichen Lehre stehen Prädestination und  Reprobation in einem  anderen Gesamtzusammenhang: Gott will das Heil aller Menschen. Die angebliche Einschränkung des universalen göttlichen Heilswillens durch die lutherische und calvinistische Lehre wird ausdrücklich als häretisch verworfen (DH 1567, 2005). Gott gibt allen Gerechten hinreichende Gnade zur Beobachtung der göttlichen Gebote und allen gläubigen Sündern hinreichende Gnade zur Bekehrung (DH 804), auch sogar allen schuldlos Ungläubigen (sichere theologische Meinung). Christus ist nicht nur für die zum Heil prädestinierten, nicht nur für  die Gläubigen, sondern für alle Menschen ohne Ausnahme gestorben  (allgemein als sicher geltende Glaubenslehre, sententia certa). Prädestination in diesem kirchlichen Sinn ist also nichts anderes als eine Folgerung aus dem überzeitlichen und ewigen Wissen und Vorauswissen Gottes.

Man kann den Unterschied wie eine Faustregel zusammenfassen: Luthers (und Calvins) Prädestinations-Theorie schließt menschliche Freiheit aus, die Prädestinations-Lehre der Kirche schließt menschliche Freiheit ein.

Zusammenfassung

Wunder sind also keine gegen Naturgesetze verstoßende Ausnahmen, sondern von Ewigkeit her in das gesamte Schöpfungsgeschehen von Gott eingeschaffene singuläre Besonderheiten. Sie sind  in Gottes Schöpfungswirken so selbstverständlich wie die normalen, von uns berechenbaren Naturabläufe, die unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse und  technisches Handeln möglich machen. Ihre Berechenbarkeit ist ein Gnadengeschenk für uns, keine Einschränkung des freien Schöpfungshandelns Gottes. Damit sind eingangs erwähnten Einwände,  die immer irgendeine angebliche Einschränkung der Vollkommenheit des göttlichen  Willens enthalten, sowohl durch die kirchliche Glaubenslehre wie auch durch die philosophische Erkenntnis der Notwendigkeit eines absolut transzendenten, fortwirkenden Existenzgrundes unserer Welt  erledigt. Glaubenslehre und philosophische Erkenntnis stimmen hier überein. [3] Nur  philosophisch desorientierte naturwissenschaftliche Fachblindheit kann das übersehen.

Anmerkungen

[1] Theologisches zum biologischen Weltbild (1964), Auferweckungen vom Tode (1968), Wunder  sind Tatsachen. Eine Dokumentation aus Heiligsprechungsakten (1976), Parallelen zum Neuen Testament. Aus Heiligsprechungsakten übersetzt, mit Geleitwort von Lorenz Kardinal Jaeger, (1971). - [2] Hier meist zitiert nach Ludwig Ott, Grundriss der katholischen Dogmatik, 11. Aufl. 2005, Dritter Abschnitt: Die Attribute oder Eigenschaften Gottes, S. 60 – 90 und Die Lehre von der Gnade, §12: Das Geheimnis der Prädestination, S. 3 46 ff. - [3] Zu den Einzelheiten  darf ich auf die folgenden Aufsätze in den Bausteinen verweisen: Gott und die Menschenwürde. Zum Menschenbild Luthers, Heft 206, 2017; Gott und das Nichts. Warum aus nichts  wird. Heft 205, 2017; Warum philosophieren wir? Heft 205, 2017; Wunder (Naturkonstanten, Feinabstimmung, Kosmologie). Heft 202, 2015. Ferner auf die ausführliche systematische Darstellung in: „Im Anfang war der Logos“, KNA ÖKI 39/40, 26.9.2006, Thema der Woche. Besonders verweise ich aber auf mein neues Buch: Theologiekurs für Atheisten und zweifelnde Christen. Informationen zum genaueren Nachdenken. 2017. ISBN 978-3-7448-1657-1,  Printausgabe (Hardcover) 15,99 €. E-Book: 5,99 €. – [4] Klassische Darstellung der philosophischen und theologischen Grundlagen zur Widerlegung  aller heutigen materialistischen Weltdeutungen, z.B. S. Hawkings: Hans Kessler: Evolution und Schöpfung in neuer Sicht.  Kevelaer 2009 (auch als E-Book erhältlich).

 

Der Streit zwischen Luther und Erasmus über den freien Willen.

Dr. Gisela A. Schröder

Wie wichtig Luther die These vom unfreien Willen ist, betont er selbst in der Auseinandersetzung mit Erasmus von Rotterdam: „Weiter so muss ich das auch an Dir sehr loben und preisen, dass du allein von allen anderen meinen Widersachern einmal zur Sache selbst gegriffen hast, das ist den Kern der Sache berühret, und mich nicht mit fremden losen Händeln vom Papsttum, vom Fegefeuer, vom Ablass und dergleichen Dingen (die mehr Possen als Sachen sind) bekümmert, mit welchen mich bisher alle Feinde des Evangelii, wiewohl unnütz und vergeblich, haben wollen umtreiben. Du bist der einzige und allein der Mann, der einmal den Nerv dieser ganzen Sache ersehen hat, und der in diesem Kampf hat wollen dem Kämpfer nach der Gurgel greifen. Derhalben ich dir auch von Herzen danke. Denn mit dieser Sache gehe, ich lieber um, da etwas anliegt, denn mit jenen Nebenfragen, soviel ich Zeit und Weile habe. Wenn das diejenigen, die bisher mich unterstanden anzugreifen, auch getan hätten noch täten, die jetzt und den Geist zu haben rühmen und neue göttliche Offenbarung vorgeben, so würden wir weniger Aufruhr und Rotten, auch mehr Einigkeit und Frieden haben.“

Was versteht man unter dem Begriff „freien Willen“?

Die Philosophie versteht darunter. „die ursachlose Selbstbestimmung des Individuums, das sich seine Zwecke nach eignem Ermessen setzt und dadurch aus dem determinierten Weltkreislauf ausbricht“. Von der Willensfreiheit zu unterscheiden ist die „Handlungsfreiheit“ innerhalb bestimmter Grenzen.

Erasmus  vertrat eine allgemeine Reformation und stand Luther nicht unfreundlich gegenüber. Zudem versuchte er, zwischen den Parteien zu vermitteln. Luthers Kernsatz von der Alleinwirksamkeit der Gnade, schien ihm die Selbstbestimmung des Menschen zu bedrohen. 1524 schreibt er einen Artikel, den er „Diatribe“ nennt, hier wohl am besten mit Gespräch oder Vorlesung zu übersetzen.

Die Diskussion um den freien Willen beschäftigt die Menschheit schon seit alters. Zarathustra, 600 v. Chr. zum Beispiel schreibt: „Was wir tun, entscheiden wir selbst. Wichtig ist zu wissen, was wir tun und warum!“ Auch in der griechischen Philosophie wurde darum gestritten. Es waren u. a. Demokrit und Epikur (341-270 v. Chr.), die die Willensfreiheit forderten.

Die frühkirchliche Diskussion

Für die theologische Diskussion um den freien Willen, müssen wir in das 4. /5. Jahrhundert zurückgehen. Entscheidend sind Augustin (geb. in Thagaste, .354-430) und Pelagius, ein Mönch, der gegen den gefeierten Bischof und theologischen Führer des Abendlandes auftrat. Pelagius kam aus dem Osten, um 410 ist er in Rom und stirbt 418.

Augustins Theologie ist aus neuplatonischen und biblischen Elementen erwachsen. Das zeigt sich in Augustins Gottesbegriff: Gott ist das Unnennbare, das summum esse und zugleich das summum bonum - durch die Betonung von göttlichem Willen und göttlicher Persönlichkeit werden die Definitionen mit Christlichem verschmolzen, so dass Augustin sagen kann: „ Du hast uns zu Dir hin geschaffen und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir.“ Um das Problem von Sünde und Gnade zu erklären, lehrt Augustin: Einzig Adam hatte eine wirkliche Willensfreiheit; sein liberum arbitrium (freier Wille) war dem Guten zugewandt und Gott gab ihm das adiutorium gratiae (die Hilfe der Gnade) und damit die Fähigkeit, beim Guten zu verharren. Aber durch die Sünde hat Adam die Gottesgemeinschaft verloren und die Hilfe der Gnade. .Er ist der concupiscentia (geschlechtliche Begierde, Sinnenlust) und dem Tode verfallen und völlig unfähig zum Guten geworden. Die Orthodoxie sagt auch, dass Adam der Sinnenlust verfallen ist, sie liegt aber nicht in der geschlechtlichen Begierde, sondern im Essen, denn Adam greift ja zuerst nach dem Apfel (darum legt die Orthodoxie Wert auf die Fastenzeiten, um Enthaltsamkeit zu lernen.) Die verlorene Gnade und die Gottesgemeinschaft bekommen wir Menschen durch die Taufe erneut geschenkt.

In Adam haben alle seine Nachkommen gesündigt. Wir alle sind an Adams Entscheidung gebunden, die formale Willensfreiheit ist zwar noch vorhanden, aber der menschliche Wille hat keine Kraft mehr zum Guten, wenn er nicht durch göttliche Gnade befreit wird.

Es gab in der Alten Kirche aber auch andere Meinungen, die besonders in asketischen Kreisen herrschten. Hauptvertreter war ein Mönch namens Pelagius, der die Freiheit des Willens gegen Augustins Erbsündenlehre behauptete. Er erklärte, der Mensch habe die sittliche Freiheit zum Guten und zum Bösen. Adam hat der Menschheit zwar geschadet, aber nur, weil er ein böses Beispiel gegeben hat. Es kam zum pelagianischen Streit (411-431), der mit der Verurteilung der Pelagianer endete.

Augustin ließ sich durch die Zwänge der Argumentation dazu verleiten, die Natur des Menschen in einen strikten Gegensatz zur Gnade zu stellen, was im Westen diese unheilvollen Folgen in Bezug auf den freien Willen hatte.

 Anders verlief die theologische Begründung im Ostreich. Augustin konnte kein Griechisch - schon als Kind hatte er sich geweigert, diese Sprache zu lernen. Sonst hätte er bestimmt gewusst, dass die Ostkirche das Verhältnis zwischen menschlicher Natur und göttlicher Gnade als Zusammenwirken (griech. synergia) gelöst hatte.

Luther und Augustinus

Luther als Augustiner-Mönch war natürlich mit der Lehre Augustins vertraut. In seinen Schriften trifft man überall Augustins Gedankengut. So betont er in seiner Auseinandersetzung mit Erasmus: „... ist es nun desto heller am Tage, dass der freie Wille in der Schrift nicht gegründet, lauter Menschenfund und Lüge ist, und dass es hier zugeht wie mit dem Weibe im Evangelium, mit der es je länger je ärger wurde, wie viel sie auch Geldes den Ärzten gab. Also je mehr man versucht zu beweisen, dass der freie Wille etwas sei, je klarer man sieht, dass er nichts sei und wird diese böse Sache mit vielen guten Worten nicht besser“ (Vom unfreien Willen, S. 102). „ Darum, so die Lehre vom freien Willen dunkel ist, gehört sie den Christen nicht an, noch der Schrift, sondern ist vielmehr zu rechnen unter die „Fabeln“ (5. 198).

Das Augsburgische Bekenntnis

 Luther verteidigt diesen Gedanken mit konsequenter Beharrlichkeit, so dass er selbst in den evangelischen Bekenntnisschriften, in der Confessio Augustana zu finden ist. Artikel 18 lautet: „Vom freien Willen wird also gelehrt, dass der Mensch etlichermaß einen freien Willen hat, äußerlich ehrbar zu leben und zu wählen unter den Dingen, so die Vernunft begreift, aber ohne Gnad, Hilfe und Wirkung des hl. Geistes vermag der Mensch nicht gottgefällig zu werden, Gott herzlich zu fürchten oder zu glauben oder die angeborenen bösen. Lüste aus dem Herzen zu werfen, sondern solches geschieht durch den Hl. Geist, welcher durch Gottes Wort gegeben wird. Denn Paulus spricht in 1. Kor. 2, der natürliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes.“ Diese Aussage beruht auf einem Zitat Augustins aus dem  Hypognosticon: Wir bekennen, dass in allen Menschen ein freier Wille. ist, denn sie haben ja alle natürlich angeborenen Verstand und Vernunft, nicht dass sie etwas vermögen mit Gott zu handeln: Gott von Herzen zu lieben, zu fürchten, sondern allein in äußerlichen Werken dieses Lebens haben sie Freiheit, Gutes oder Böses zu wählen, Handwerk zu treiben, ein Weib zu nehmen, Acker bebauen, welches jedoch ohne Gott nichts ist.“ Dagegen kann der Mensch auch Böses aus eigener Wahl tun. Und selbst ein gutes Werk ist nach dem strengen Gericht Gottes böse!

Erasmus erklärt dagegen: „Ich glaube, dass sicherlich Luther selbst sich nicht gekränkt fühlen wird, wenn jemand hier oder da anderer Meinung ist als er, gestattet er doch sich selber nicht nur gegen die Entscheidungen aller Lehrer der Kirche, sondern auch gegen alle Schulen, Konzilien, Päpste Berufung einzulegen. Luther legt wenig Wert auf Bildung, aber viel auf den Heiligen Geist.“

Erasmus‘ biblische Beweisführung

Dagegen erbringt Erasmus Beweise für den freien Willen aus der HL Schrift, den Luther ja unter die Fabeln rechnet. Zum ersten zitiert Erasmus aus dem Alten Testament Jesus Sirach 15, 14-19: Gott hat am Anfang den Menschen geschaffen und ihn seiner eigenen Willensentscheidung überlassen. Er hat hinzugefügt seine Gesetze und Gebote. „Vor dem Menschen liegen Leben und Tod, Gutes und Böses, was ihm beliebt, das kann er haben.“ Dieser Vers ist bei den Juden nicht kanonisch, aber die Kirche hat Jesus Sirach in den Kanon aufgenommen. Adam hatte eine unverderbte Vernunft, außerdem einen eigenen Willen sowie Gnade von Gott. Dazu gab ihm Gott drei Gesetze: das Gesetz der Natur, das Gesetz der Werke und das Gesetz des Glaubens. Das Gesetz der Natur ist dem Menschen eingeprägt. Griechen und Skythen wussten z. B. was gerecht und ungerecht ist Das Gesetz der Werke erteilt Befehle und droht Strafen an. Es vermehrt die Sünde und bewirkt den Tod. Das Gesetz des Glaubens ist schwieriger zu erfüllen, aber es macht das Unmögliche möglich, wenn die Gnadenfülle hinzukommt. Das Gesetz der Werke verlangt: Vom Baum der Erkenntnis sollst du nicht essen. Du sollst nicht töten, wenn du tötest, sollst du getötet werden (1. Mose 2,16f.). Du sollst nicht ehebrechen, sonst wirst du gesteinigt. Das Gesetz des Glaubens erklärt: du sollst die Feinde lieben, täglich sollen wir das Kreuz auf uns nehmen, unser Leben gering achten. Gott gibt Gesetze und stellt Strafen in Aussicht, wenn der Mensch nicht gehorcht- Aber erlässt dem Menschen Freiheit. Durch die Sünde hat die Willensfreiheit eine Wunde, aber sie ist nicht tot.

Dazu erklärt Erasmus in seiner Diatribe: „Nehmen wir einmal an, es sei in irgendeinem Sinne wahr, was Wiclif gelehrt und Luther bekräftigt hat: dass alles, was wir tun nicht aus freiem Willen, sondern aus reiner Notwendigkeit geschehe, was könnte unzweckmäßiger sein als die öffentlich Bekanntgabe dieser widersinnigen Behauptung? Oder es sei irgendwie wahr, was irgendwo Augustin geschrieben hat, dass Gott zwar mitwirke bei bösen Taten, die guten belohne, die bösen bestrafe. Welcher Böse würde hinfort sich noch zu bessern trachten? Wer könnte sich überwinden, von ganzem Herzen einen Gott zu lieben, der die Hölle heizte mit ewiger Pein, um dort für seine eigenen Missetaten armselige Menschen zu bestrafen, als freute er sich an ihren Foltern?

Seit der Zeit der Apostel ist noch kein Schriftsteller hervorgetreten, der gänzlich das Vermögen des freien Willens gestrichen hätte. Dies taten nur die Manichäer und Wiclif!“ (Manichäer, begründet von  Mani 216-277, Mischreligion aus persischen, buddhistischen, babylonisch-chaldäischen, und jüdisch-christlichen Bestandteilen). Augustinus bestreitet, dass der Mensch sich bessern kann. Warum, so Erasmus, lässt Gott ihn dann wählen? 5. Mose 30, 11-14. Zum anderen fordert Gott: Wir sollen uns bekehren, an anderer Stelle heißt es: wenn du aber gehorchst, wenn du befolgst! Warum diese Forderungen, wenn nichts davon in unserer Macht stünde?

Solche Beweise finden sich auch im Neuen Testament z. B. Math. 23,37: Jerusalem, wie oft habe ich dich sammeln wollen, aber du hast nicht gewollt! Oder: Willst du ins Leben eingehen, halte die Gebote. Was soll die Frage: willst du, wenn er nicht kann! Willst du vollkommen sein, so gehe hin und verkaufe alles: Luk. 9,23. Will jemand mir nachfolgen, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich!

Es gibt aber auch andere Stellen in der Bibel: Math. 25,35f.: Ihr habt mir zu essen gegeben, zu trinken, beherbergt, mich gekleidet - bzw. ihr habt das unterlassen: ihr habt mich hungrig gesehen hier ist die Gelegenheit zur Tat. Aber ihr habt mir nichts zum Essen gegeben. Dann die anderen Aufforderungen: Wachet, betet, bittet, klopfet an. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Am Kreuz sagt Christus: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun-wie viel richtiger wäre es gewesen, dass sie keinen freien Willen hätten!

Doch gibt es scheinbare Beweise gegen den freien Willen, wenn Paulus sagt: der gute Wille ist bei mir vorhanden, aber das vollbringen des Guten gelingt mir nicht. Röm. 7,18. Des weiteren 2. Mose 9,12 u. 16: Der Herr verhärtet das Herz des Pharao, oder V. 16: aber ich habe dich absichtlich leben lassen, um an dir meine Kraft zu erweisen, damit mein Name auf der ganzen Erde gepriesen wird!

Was folgt nun, daraus? Liegt hier etwa Ungerechtigkeit auf Seiten Gottes vor? Nimmermehr! Zu Mose sagt er ja: „ich werde Gnade erweisen zu wem ich gnädig bin, und werde Barmherzigkeit dem erweisen, zu

dem ich barmherzig bin.“ Die Absichten des Bösen kann Gott zum Besten der Frommen lenken. Es stellt sich die Frage: Wie ist Gottes Vorherwissen mit unserer Willensfreiheit vereinbar? Laurentius Valla (it. Humanist, gest. 1457) erklärt dazu: „Das Vorherwissen ist nicht Ursache dessen, was geschieht. Begegnet es doch auch darum, dass wir vieles vorher wissen, was geschehen wird: so tritt die Sonnenfinsternis nicht ein, weil die Sternenkundigen sie vorhersagen, sondern sie kann vorhergesagt werden, weil sie eintreten wird.“

Antwort Luthers an Erasmus

 „Jesus, dem ehrwürdigen Erasmus Rotterdamus Martinus Luther Gnad und Fried in Christo“ umfasst die Seiten 97-479. „Einige sagen: Luther sei in dem Buch von Erasmus überwunden worden, aber dem ist nicht so. Denn lass einen Menschen einen freien Willen haben, so ist doch zu viel, dass da gesagt wird, der Mensch habe einen freien Willen in den Dingen, die Gott und die Seligkeit betreffen. Denen, die nicht selbst gottgelehrig sind und den Hl. Geist selbst neben meinen Predigten zu einem Meister haben, denen ist mit keinem Schreiben, Lehren, Vermahnen, Antworten jemals zu helfen. Wer Luthers Bücher begriffen hat und Verstand genug, die werden des Erasmus losen Grund total verachten. Denn das ist freilich kein Wunder, dass diejenigen, die Gottes Geist nicht haben und das Evangelium allein in die Ohren und nicht in das Herz gefasst, die Lehre wie ein Rohr im Wind bewegt. Unser Schreiben wird dir erst recht beweisen, dass der freie Wille nichts sei. Denn wer kann ein Christ sein oder glauben, der nicht erfasst, was die Schrift in sich hat und vorhält. Das einfache Volk weiß es besser. Es sagt: Es geht, wie es Gott will, wie es Gott gefällt, wie es Gott schickt. Du lehrst uns nichts anderes denn Blindheit und Gottesverachtung. Erasmus Buch ist unchristlich und gotteslästerlich! Z.B. ermahnt er zur Beichte. Luther ist gegen die Beichte, weil sie seiner Meinung nach, vom Papst erzwungen ist. Die Hierarchie ist ein Gesetzesprediger, es sind reißende Wölfe, Diebe, Mörder der Seelen. Und die Teufelslehre und mörderische Tyrannei des Papstes möchte uns Erasmus mit klugem, weisem Rat wieder loben und einsetzen. Vor allem, weil wir alles, was wir tun, nicht aus freiem Willen tun, sondern es muss also geschehen, wie Gottes Vorsehung nicht wanken macht.“

„Wichtig ist, dass wir gedemütigt werden, uns selbst erkennen und nach der Gnade sehen! Der andere Grund ist der christliche Glaube. Denn für das erste hat Gott gewisse Gnade zugesagt allen Demütigen, so sich von Herzen demütigen, ihre Sünde und Jammer erkennen! Gründlich aber kann kein Mensch sich erkennen oder sich recht demütigen!“ (S. 157)

Wenn der Mensch erwartet, dass Gott in ihm wirkt, ist er der Gnade und Seligkeit näher, denn die Werkheiligen mit ihrem freien Willen, denn ohne Gottes Gnade vermag der freie Wille nichts! Allein Gott tut, was und wie er will im Himmel und auf Erden, im Meer und allen Tiefen. Die Leute werden durch die Worte „freier Wille“ verführt weil sie dies nicht wie die Theologen verstehen. Luther selbst weiß, dass nur Wiclif, Laurentius Valla und Augustin auf seiner Seite sind. Wenn Menschen vom freien Willen reden wie die Väter, so haben sie nicht aus Heiligem Geist geredet.“

Ein anderes Beispiel vom unfreien Willen bringt Luther zum Verrat des Judas: „Um ein Exempel zu geben, die Notwendigkeit der Folge ist, wenn ich sage: Gott hat in Ewigkeit vorher gesehen, dass Judas soll verraten (S.342). Darum wird es gewiss und unverrücklich geschehen, dass Judas verraten wird! „Wie auch Gott mit der Sündflut, dieweil sie nicht allein fortan sündigten, sondern auch die Gnade verachteten. Das Licht kam in die Welt und die Menschen liebten mehr die Finsternis denn das Licht.“ (S. 370)

Weil die Menschen Fleisch sind so können sie nur fleischlich gesinnt sein. Derhalben auch der freie Wille nirgends zu taugt oder nützt, denn nur Böses und Sünde zu tun. Derhalben soll ein jeder Christ wissen, dass Hieronymus und Origenes und alle die irren und einen schändlichen, bösen Irrtum haben eingeführt, die da wagen zu sagen, das Wort Fleisch heiße nicht böse Lust und das Gift der verderbten Natur, sondern heiße nur Schwachheit (1. Kor. 3 heißt nach Luther, dass Paulus sagen will, „es sind noch Gottlose unter ihnen und dass auch Christen, soferne sie noch fleischlich gesinnt sind, fleischlich seien wiewohl sie durch Gottes Geist sind gerechtfertigt.“ Fleisch ist alles dasjenige, das wider Gottes Geist ist (S.371).Und (meine persönliche Frage an Luther: wie verhält es sich dann mit dem Johannes-Evangelium, wo es heißt: „Das Wort wurde Fleisch und nahm seine Wohnung unter uns“?)

Das Problem

 Das Problem ist, dass sowohl Luther als auch Erasmus sehr redselig sind und weitschweifig, auf die Sache aber wenig eingehen. Aber bei Luther sind es die Allmacht Gottes und die übermächtige Gnade, die auf den Menschen so stark einwirken, dass er keinen freien Willen mehr haben kann. Im Zentrum stehen bei Luther die Rechtfertigung allein aus Glauben und Gnaden. So sagt er in seiner Vorlesung 1517/18 zum Hebräerbrief: „Keiner erlangt Gnade, weil er losgesprochen oder getauft wird oder die Kommunion empfängt, oder gesalbt wird, sondern weil er es glaubt, dass er, indem er so absolviert, getauft, kommuniziert oder gesalbt wird, Gnade erlange.“ (WA 57, 1690) Mit anderen Worten, der Mensch wird gerechtfertigt, wenn er glaubt, dass er gerechtfertigt ist; der Glaube ist bei Luther identisch mit persönlicher Heilsgewissheit! Dazu gehört Luthers eigenartiges Sakramentsverständnis: Das Sakrament bewirkt nicht das, was es besagt! Sondern ich muss es glauben! S. Paul Hacker, 1966: Das ICH im Glauben bei Martin Luther. [Er spricht von einer Art „autogenem Heilsgewissheits-Training“ zur Abwehr der Verzweiflung darüber, dass doch angeblich über Verdammnis und Erlösung längst unwiderruflich entschieden ist. Red.]

Jedenfalls blieb Luthers Lehre vom unfreien Willen nicht ohne Auswirkungen. Wenn ich keinen freien Willen habe, warum soll ich dann zur Beichte gehen, den Gottesdienst besuchen, Almosen geben, im Kloster leben? Als Folge kam es auch dazu, dass die Gläubigen kaum noch Spenden gaben und viele nicht mehr den Gottesdienst besuchten. Bei einer Arbeit im Archiv der Kirche von Hessen fand ich Notizen, dass am Sonntag Beauftragte die Häuser durchsuchten, ob die Bewohner zur Kirchzeit im Haus anwesend waren oder in der Kirche. Auch die Klöster leerten sich, und die Fürsten konnten die Ländereien in ihren Besitz bringen. Die einzigen, die ihre Klöster nicht antasten, waren die Hannoveraner. Diese Klöster bestehen heute noch, z.T. als evangelische .Frauenstifte. [Sie werden von der Klosterkammer, einer regierungs- unabhängigen Anstalt des öffentlichen Rechts verwaltet. Red.]

Gottesbilder im Lauf der Geschichte

Hansjürgen Knoche

 

Der ferne Gott

Der Mensch fragt schon immer, solange er denken kann, nach dem Sinn seiner Existenz. Immer ist er damit zugleich auf der Suche nach dem absoluten, letzten Grund seines Daseins und aller Wirklichkeit. Er sucht das Heilige oder Göttliche, von dem ihm Sinn für sein Leben gegeben werden kann. Das bestätigt sich auch an den historischen Formen der Religionen. Inmitten aller primitiven oder defizienten Formen von Religiosität wie Fetischismus, Manalehren, Magie, Schamanismus, Animismus, Geisterglauben und Totemismus finden sich in allen Kulturen erstaunlich hohe Formen eines „Hochgottglaubens“, also der religiösen Erfahrung eines höchsten göttlichen Wesens. Sie äußern sich in entsprechenden Gottesnamen ebenso wie Riten und Gebeten. Teilweise ist dies erst von der neueren Forschung aufgedeckt worden, seitdem das Vorurteil nicht mehr allgemein akzeptiert wird, dass sich der Hochgottglaube aus diesen primitiven Formen der Religiosität heraus entwickelt haben müsse. Es gibt auch in den ältesten Religionen die mehr oder weniger deutliche Ahnung eines über der Welt, den einzelnen „Göttern“ und allen natürlichen oder dämonischen Kräften stehenden Urhebers oder Schöpfers, der als persönliches und geistiges Wesen außerhalb der Welt und als Quelle alles Guten vorgestellt wird. Solche Vorstellungen finden sich beispielsweise bei Dschungelstämmen Indiens, bei den Pygmäen im Kongo, den Papuas in Neuguinea, den Yamanas in Feuerland. Dies bezeugen auch Namen wie Vater, der Uralte, der Erdmacher, der Korngeber, der Schöpfer, der Richter. Auch in neuester Zeit bestätigen ethnologische Forschungen das hohe Alter und die Ursprünglichkeit dieses Hochgottglaubens. Ein Beispiel dafür ist die Erforschung des religiösen Glaubens der Eingeborenen von Ruanda  in Afrika. Sie glauben an einen Schöpfergott, der die Welt aus dem Nichts hervorgebracht und den ersten Menschen geschaffen hat. Ihm werden drei Kinder zugeschrieben, die als Vorfahren der drei sozial und stammesmäßig verschiedenen Gruppen in Ruanda angesehen werden. Man kann davon ausgehen, dass dieser Hochgottglaube auch in anderen afrikanischen Religionskreisen existiert hat. [1]  

Dagegen richtet sich aber eine ebenso elementares und ursprüngliches menschliches Abwehr- und  Sicherungsbedürfnis, das sich lieber an das Naheliegende, die Kräfte der Natur, die kleineren „Götter“ hält, an Mächte und Kräfte also, die man eher in den Griff bekommen,  mit Magie zähmen, vielleicht mit Opferkulten besänftigen oder gnädig stimmen kann. Am Anfang steht also neben einem ursprünglichen Hochgottglauben auch ein ebenso ursprünglicher „Urpolytheismus“.

Entmythologisierung: Von den Göttern zu Gott

Im 6. Jahrhundert v. Chr. beginnt in Griechenland, der Wiege der abendländischen Philosophie, der Weg vom Mythos der antiken Götterwelt, zum Logos des kritischen Denkens und damit der Frage nach dem Urgrund der Welt. Wie ein Aufbruchssignal klingt dieses Wort von

Xenophanes (570 - 480):  „Alles haben Homer und Hesiod  auf die Götter geschoben,/was bei den Menschen wird als Schimpf und Schande betrachtet:/Diebstahl und Ehebruch auch und gegenseitige Täuschung./Aber  die Sterblichen glauben, die Götter würden geboren/und sie hätten Gestalt und Tracht und Sprache gleich ihnen./Schwarz, stumpfnasig: so stellt die Götter sich vor der Äthiopier;/aber blauäugig und blond malt sich der Thraker die seinen./Hätten die Rinder und Rosse und Löwen Hände wie Menschen,/könnten sie malen wie diese und Werke der Kunst sich erschaffen,/alsdann malten die Rosse gleich Rossen, gleich Rindern die Rinder/auch die Bilder der Götter, und je nach dem eigenen Aussehen/würden die leibliche Form sie ihren Göttern gestalten./Ein Gott ist unter den Göttern und unter den Menschen der größte,/nicht an Gestalt vergleichbar den Sterblichen noch an Gedanken,/ganz  ist Auge, ganz Ohr und ganz Gedanke sein Wesen./Immer am gleichen Ort  verharrt er ohne Bewegung./Und es kommt ihm nicht zu, bald dahin bald dorthin zu gehen./Mühelos schwingt er das All  mit seines Geistes Vermögen.“ [2]

Entmythologisierung in der Bibel

Diesen gewaltigen Denkweg war aber Israel schon tausend Jahre vorher gegangen. Schon im erste Vers der Bibel (1 Mo 1,1)  wird  die „Entmythologisierung“ des Kosmos, der Schöpfung, des Men­schen, der Geschichte und der Natur betrieben, indem die Vorstellungen darüber von allen heidnischen Mythologien und Legenden gereinigt werden. „Im Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde“. Sie hat damit nichts „Göttliches“ mehr an sich selbst! Die Sonne ist kein Gott, der Mond keine Göttin, sie sind einfach Lampen, die Gott am Firmament aufgehängt hat. Kein Tier ist Abbild oder Symbol einer Gottheit. Der Mensch ist, wie der zweite Schöpfungsbericht (1 Mo 2) sagt, nichts als ein Klumpen Erde, dem Gott das Leben einhaucht.   Die Welt ist total „profaniert“ und wird erst dadurch menschlicher Gestaltung und Entwicklung zugänglich. Der erste Vers der Bibel ist sozusagen die Grundlage aller Wissenschaften.  Die biblischen Schriftsteller be­dienen sich zwar - etwa im Schöpfungsbericht und in der Sintflutgeschichte - der in ihrer Zeit gegebenen Ausdrucksweisen und literarischen Formen, übernehmen auch manche über­lieferte Bilder antiker Mythen und Legenden. Die Berichte als Ganzes sind aber alles heidnischen Gehaltes entkleidet, denn alles wird zurückgeführt auf Gott als den einen Herrn, Urgrund, Schöpfer und Erhalter des Kosmos.

Der Gott der Philosophen

Auf dem klassischen Gipfelpunkt der antiken Philosophie steht ihr größter Denker, Aristoteles (384-322) Im letzten Kapitel seiner Metaphysik (Ersten Philosophie) beschreibt er diese erste und totale Ursache, die auch er „Gott“ (theós) oder „der Gott“ (ho theós) nennt, als „das Prinzip“, das erste, „unbewegte Bewegende“ (to kinûn akíneton, movens immobile) und sagt von ihm: „An ihm hängt Himmel und Erde“. Er rühmt die „heitere Klarheit“ im Dasein dieses obersten Wesens. Bei ihm ist seine Wirklichkeit zugleich seine Seligkeit,  das Denken und Sein wird bei ihm identisch. Das seligste  und höchste ist die reine, klare Betrachtung, das „sich selbst erkennende Denken“ (nóêsis noêseos). Darin besteht die ewige Seligkeit. Gott (der Gott) ist das ewige, absolut vollkommene Lebendige, ihm kommt mithin ein  zeitloses ewiges Leben und Dasein zu. „Das ist nun Gottes Wesen und Begriff“. Heute nennen wir es „das Absolute“.

Gegen Materialismus und Atheismus

Hier liegt der finale Streitpunkt mit Materialismus und Atheismus. Das Absolute sprengt alle rein immanenten Welterklärungen, nicht zuletzt die rein physikalischen. Deshalb definiert die Philosophie das Absolute als das eigentliche und letzte Wirkliche, das Unbedingte, das alles andere bedingt, das Unendliche, das die Bedingung für alles Endliche ist, den letzten Grund für alles, was existiert, und den Grundsatz, dass ein unendlicher Regress innerweltlicher Ursachen nicht möglich wäre, wenn es nicht eine absolute, transzendente, nicht von anderen Ursachen abhängige erste und  totale Ursache gäbe. Dieses Absolute unterscheidet sich  von allem  Relativen. Dieses ist von zeitlich begrenzter Dauer, Veränderungen unterworfen, immer in Entwicklung begriffen. Seine Verwirklichung und sein Bestehen hängen von vielen außerhalb von ihm liegenden Ursachen und Bedingungen ab. Seine Möglichkeit und seine Wirklichkeit (Potenz und Akt) stehen in einem kontingenten Verhältnis zueinander, denn der Übergang von der Möglichkeit in die Wirklichkeit ist kein notwendiger. Das relative Seiende ist also selbst in seiner Gesamtheit kontingent. Es hat nicht den vollen Grund aller seiner Seinsbestimmungen in sich. Das Absolute hingegen muss alle diese Begrenzungen ausschließen und von ihnen frei sein. Es ist der grundlose Grund aller relativen (kontingenten) Gründe (W. Cramer), der erste selbst unbewegten Beweger von allem (Aristoteles). Es hat keines der Merkmale des kontingenten Relativen. Es gibt in ihm kein keine kontingente Abfolge  von Möglichkeit (Potenz) und Wirklichkeit (Akt). Es  ist reine aktuelle Wirklichkeit (actus purus). Es gibt in ihm auch keine zeitlich zu durchlaufenden Entwicklungen, sondern ständigen vollen aktuellen Selbstbesitz. Dies nennt man Ewigkeit (aeternitas). Das ist nicht ein unendlicher Zeitablauf, sondern Überzeitlichkeit. Daher ist es absolute  Freiheit. Das ist alles zusammengefasst in der Definition von Boethius: „Aeternitas est interminabilis vitae tota simul et perfecta  possessio“, Ewigkeit ist der (räumlich und zeitlich)  unbegrenzte und zugleich vollendete Besitz des Lebens. [2] Wer oder was ist denn aber nun dieses Absolute? Wir können es nicht sehen, nicht mit ihm sprechen, es bleibt abstrakt. Thomas von Aquin konnte in seiner Zeit davon ausgehen, dass  alle es  als Gott bezeichnen, denn wer hätte es denn sonst sein sollen. In dieser Lage befinden wir uns aber nicht mehr. Wir stehen eigentlich vor derselben Frage, wie einst Moses auf dem Berge Sinai, als ihm das unbekannte Absolute erschien und er fragen musste: Wie heißt du denn, welche Namen kann ich den Leuten für dich nennen? Die Antwort war: „Ich bin der ‚Ich bin‘“, also das Sein selbst.  Wo können wir aber  diesen „Ich bin“ finden?

Gott als Person

Und nun kommt der Schock für alle alten und neuen Aufklärer: Die Antwort findet sich nicht in weiteren abstrakten Vernunftwahrheiten, sondern in der Geschichte. JHWH hat sich in der Geschichte seines Volkes als der „Ich bin immer mit Euch“ offenbart. Dagegen hat sich die Aufklärung von Anfang an gewehrt:  Ewige Vernunftwahrheiten könnten doch nicht  durch „zufällige“ historische Ereignisse bestätigt werden. Die Aufklärung hatte kein Verständnis für Geschichte; erst bei Hegel kommt die Weltgeschichte wieder in den Blick. Der Kontakt zwischen dem Menschen und dem absoluten „Ich bin“ kann sich aber nur in der Geschichte ereignen, denn diese ist der Raum unserer Existenz und deshalb unserer Möglichkeit, zu denken, zu entscheiden, zu wählen und frei zu sein. Es geht also sozusagen um eine doppelte Offenbarung: Das Absolute als transzendente Wirklichkeit offenbart sich in unserer Immanenz dadurch, dass diese durch ihre Relativität und Bedingtheit auf eine notwendige transzendente Begründung verweist. Es bleibt aber stumm und anonym. Um für uns relevant zu werden, muss es in einem zweiten Offenbarungsschritt in die Geschichte eintreten, also in den Raum unserer Freiheit. Hier erst bekommt sie den Namen „Gott“. Heute geht es um die Frage, ob es diese Person, diesen „Ich bin“ wirklich in unserer Geschichte gibt.

 

Unser Gott

Blaise Pascal, Mathematiker, Physiker und Philosoph (1623 - 1662), beschreibt in seinem berühmten Mémorial (Erinnerungsvermerk)  von 1654  seine mystische Erfahrung des persönlichen Gottes und sagt unter anderem: „Feuer. Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten… Nur auf den Wegen, die das Evangelium lehrt, ist er zu finden.“

Die endgültige Antwort kann nur die Geschichte geben.

Damit ändern sich grundsätzlich die Beweismethoden. Was die Philosophie erkennt, das sind sozusagen „ewige Vernunftwahrheiten“, die auch gelten würden, wenn kein Mensch existierte. Nun aber fragen wir nach  geschichtlichen Ereignissen, wobei wir auf Zeugen und Urkunden angewiesen sind, wie sie nicht nur in der historischen Forschung, sondern auch in Gerichtsverfahren zu prüfen sind. Es ist deshalb nicht abwegig wenn auch schon ein englischer Jurist die biblischen Berichte mit den Maßstäben der für alle Bundesgerichte in den USA geltenden amtlichen Beweisregeln (Federal Rules of  Evidence) untersucht hat. [3] [3 Charles Foster, Die Akte Jesus, dt. Ausg. 2008] 

Damit beschäftigt sich die Fundamentaltheologie (auch theologische Erkenntnislehre oder ähnlich genannt).  Sie muss fragen, ob es mit der Vernunft vereinbar, also glaubwürdig ist, wenn wir glauben, dass dieses Absolute zu einer ganz bestimmten Zeit in einer ganz bestimmten Person, nämlich Jesus Christus, so „konkret“ geworden ist, dass der erste Brief des Johannes (1,1) sagen kann: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unseren Augen, was wir betrachtet haben und unsere Hände betastet haben, … das verkünden wir euch“.

Die Bibel ist Geschichte, kein Mythos

Niemals können die neutestamentlichen Berichte über das Leben und die Taten Jesu als „Mythen“ oder „mythologische Redeweise“ verstanden werden. Für die neutestamentlichen Zeugen steht und fällt die christliche Botschaft mit dem Anspruch, sich auf historische Tatsachen zu stützen, und gerade durch die Botschaft vom realen Eintreten Gottes in die Geschichte unterscheidet sich das Christentum von allen anderen Religionen. Viele der „historischen Heilstatsachen“ wie etwa die Empfängnis vom Heiligen Geist, der Kreuzestod und die real leiblich-seelisch verstandene Auferstehung aus dem Grabe sind für die Jünger und ihre Zeitgenossen zunächst genauso unglaublich und schwer annehmbar gewesen  wie für uns heute, aber sie mussten sich der Gewalt dieser Tatsachen beugen und bezeugten sie deshalb gegen alle Versuchungen und Widerstände, weil sie wussten, dass diese Ereignisse „existenzielle“ Bedeutung für die Mensch­heit gerade wegen ihrer Objektivität und historischen Wahrheit haben.

Das apostolische Zeugnis

Die Jünger und vor allem die zwölf Apostel  erkennen also, wer Jesus ist und was er will, durch das längere enge Zusammenleben mit ihm. Das ist die umfassendste und natürlichste Weise, andere Menschen kennen zu lernen. Diese Erkenntnis ver­mittelt die Erfahrungsgewissheit, auf die sich jeder ständig im Leben verlassen muss. Bei der Prüfung, ob diese Erkenntnis zuverlässig war, können nur die Maßstäbe  angelegt werden, die für diesen Erfahrungsbereich allgemein gelten. Es geht also um Zeugenbeweis.  Genauso beschreibt die Bibel das persönliche Kennenlernen zwischen Jesus und den Jüngern. In Jesus Christus wird Gott zur Person, mit der wir sprechen und zu der wir beten können.

------------

[1] Beispiele bei  Mircea Eliade, Geschichte der religiösen Ideen, v. a. Bd. 1, 1993. – [2] Mircea Eliade a. a. O., Bd. 4, Quellentexte, übersetzt und herausgegeben von Günter Lanczkowski, 1993, S. 66]

 

 

Gottesbilder im Lauf der Geschichte

Hansjürgen Knoche

 

Der ferne Gott

Der Mensch fragt schon immer, solange er denken kann, nach dem Sinn seiner Existenz. Immer ist er damit zugleich auf der Suche nach dem absoluten, letzten Grund seines Daseins und aller Wirklichkeit. Er sucht das Heilige oder Göttliche, von dem ihm Sinn für sein Leben gegeben werden kann. Das bestätigt sich auch an +den historischen Formen der Religionen. Inmitten aller primitiven oder defizienten Formen von Religiosität wie Fetischismus, Manalehren, Magie, Schamanismus, Animismus, Geisterglauben und Totemismus finden sich in allen Kulturen erstaunlich hohe Formen eines „Hochgottglaubens“, also der religiösen Erfahrung eines höchsten göttlichen Wesens. Sie äußern sich in entsprechenden Gottesnamen ebenso wie Riten und Gebeten. Teilweise ist dies erst von der neueren Forschung aufgedeckt worden, seitdem das Vorurteil nicht mehr allgemein akzeptiert wird, dass sich der Hochgottglaube aus diesen primitiven Formen der Religiosität heraus entwickelt haben müsse. Es gibt auch in den ältesten Religionen die mehr oder weniger deutliche Ahnung eines über der Welt, den einzelnen „Göttern“ und allen natürlichen oder dämonischen Kräften stehenden Urhebers oder Schöpfers, der als persönliches und geistiges Wesen außerhalb der Welt und als Quelle alles Guten vorgestellt wird. Solche Vorstellungen finden sich beispielsweise bei Dschungelstämmen Indiens, bei den Pygmäen im Kongo, den Papuas in Neuguinea, den Yamanas  in Feuerland. Dies bezeugen auch Namen wie Vater, der Uralte, der Erdmacher, der Korngeber, der Schöpfer, der Richter. Auch in neuester Zeit bestätigen ethnologische Forschungen das hohe Alter und die Ursprünglichkeit dieses Hochgottglaubens. Ein Beispiel dafür ist die Erforschung des religiösen Glaubens der Eingeborenen von Ruanda  in Afrika. Sie glauben an einen Schöpfergott, der die Welt aus dem Nichts hervorgebracht und den ersten Menschen geschaffen hat. Ihm werden drei Kinder zugeschrieben, die als Vorfahren der drei sozial und stammesmäßig verschiedenen Gruppen in Ruanda angesehen werden. Man kann davon ausgehen, dass dieser Hochgottglaube auch in anderen afrikanischen Religionskreisen existiert hat. [1]  

Dagegen richtet sich aber eine ebenso elementares und ursprüngliches menschliches Abwehr- und  Sicherungsbedürfnis, das sich lieber an das Naheliegende, die Kräfte der Natur, die kleineren „Götter“ hält, an Mächte und Kräfte also, die man eher in den Griff bekommen,  mit Magie zähmen, vielleicht mit Opferkulten besänftigen oder gnädig stimmen kann. Am Anfang steht also neben einem ursprünglichen Hochgottglauben auch ein ebenso ursprünglicher „Urpolytheismus“.

Entmythologisierung: Von den Göttern zu Gott

Im 6. Jahrhundert v. Chr. beginnt in Griechenland, der Wiege der abendländischen Philosophie, der Weg vom Mythos der antiken Götterwelt, zum Logos des kritischen Denkens und damit der Frage nach dem Urgrund der Welt. Wie ein Aufbruchssignal klingt dieses Wort von

Xenophanes (570 - 480):  „Alles haben Homer und Hesiod  auf die Götter geschoben,/was bei den Menschen ++wird als Schimpf und Schande betrachtet:/Diebstahl und Ehebruch auch und gegenseitige Täuschung./Aber  die Sterblichen glauben, die Götter würden geboren/und sie hätten Gestalt und Tracht und Sprache gleich ihnen./Schwarz, stumpfnasig: so stellt die Götter sich vor der Äthiopier;/aber blauäugig und blond malt sich der Thraker die seinen./Hätten die Rinder und Rosse und Löwen Hände wie Menschen,/könnten sie malen wie diese und Werke der Kunst sich erschaffen,/alsdann malten die Rosse gleich Rossen, gleich Rindern die Rinder/auch die Bilder der Götter, und je nach dem eigenen Aussehen/würden die leibliche Form sie ihren Göttern gestalten./Ein Gott ist unter den Göttern und unter den Menschen der größte,/nicht an Gestalt vergleichbar den Sterblichen noch an Gedanken,/ganz  ist Auge, ganz Ohr und ganz Gedanke sein Wesen./Immer am gleichen Ort  verharrt er ohne Bewegung./Und es kommt ihm nicht zu, bald dahin bald dorthin zu gehen./Mühelos schwingt er das All  mit seines Geistes Vermögen.“ [2]

Entmythologisierung in der Bibel

Diesen gewaltigen Denkweg  war aber Israel schon tausend Jahre vorher gegangen. Schon im erste Vers der Bibel (1 Mo 1,1)  wird  die „Entmythologisierung“ des Kosmos, der Schöpfung, des Men­schen, der Geschichte und der Natur betrieben, indem die Vorstellungen darüber von allen heidnischen Mythologien und Legenden gereinigt werden. „Im Anfang erschuf Gott den Himmel und die Erde“. Sie hat damit nichts „Göttliches“ mehr an sich selbst! Die Sonne ist kein Gott, der Mond keine Göttin, sie sind einfach Lampen, die Gott am Firmament aufgehängt hat. Kein Tier ist Abbild oder Symbol einer Gottheit. Der Mensch ist, wie der zweite Schöpfungsbericht (1 Mo 2) sagt, nichts als ein Klumpen Erde, dem Gott das Leben einhaucht.   Die Welt ist total „profaniert“ und wird erst dadurch menschlicher Gestaltung und Entwicklung zugänglich. Der erste Vers der Bibel ist sozusagen die Grundlage aller Wissenschaften.  Die biblischen Schriftsteller be­dienen sich zwar - etwa im Schöpfungsbericht und in der Sintflutgeschichte - der in ihrer Zeit gegebenen Ausdrucksweisen und literarischen Formen, übernehmen auch manche über­lieferte Bilder antiker Mythen und Legenden. Die Berichte als Ganzes sind aber alles heidnischen Gehaltes entkleidet, denn alles wird zurückgeführt auf Gott als den einen Herrn, Urgrund, Schöpfer und Erhalter des Kosmos.

Der Gott der Philosophen

Auf dem klassischen Gipfelpunkt der antiken Philosophie steht ihr größter Denker, Aristoteles (384-322) Im letzten Kapitel seiner Metaphysik (Ersten Philosophie) beschreibt er diese erste und totale Ursache, die auch er „Gott“ (theós) oder „der Gott“ (ho theós) nennt, als „das Prinzip“, das erste, „unbewegte Bewegende“ (to kinûn akíneton, movens immobile) und sagt von ihm: „An ihm hängt Himmel und Erde“. Er rühmt die „heitere Klarheit“ im Dasein dieses obersten Wesens. Bei ihm ist seine Wirklichkeit zugleich seine Seligkeit,  das Denken und Sein wird bei ihm identisch. Das seligste  und höchste ist die reine, klare Betrachtung, das „sich selbst erkennende Denken“ (nóêsis noêseos). Darin besteht die ewige Seligkeit. Gott (der Gott) ist das ewige, absolut vollkommene Lebendige, ihm kommt mithin ein  zeitloses ewiges Leben und Dasein zu. „Das ist nun Gottes Wesen und Begriff“. Heute nennen wir es „das Absolute".

Gegen Materialismus und Atheismus

Hier liegt der finale Streitpunkt mit Materialismus und Atheismus. Das Absolute sprengt alle rein immanenten Welterklärungen, nicht zuletzt die rein physikalischen. Deshalb definiert die Philosophie das Absolute als das eigentliche und letzte Wirkliche, das Unbedingte, das alles andere bedingt, das Unendliche, das die Bedingung für alles Endliche ist, den letzten Grund für alles, was existiert, und den Grundsatz, dass ein unendlicher Regress innerweltlicher Ursachen nicht möglich wäre, wenn es nicht eine absolute, transzendente, nicht von anderen Ursachen abhängige erste und  totale Ursache gäbe. Dieses Absolute unterscheidet sich  von allem  Relativen. Dieses ist von zeitlich begrenzter Dauer, Veränderungen unterworfen, immer in Entwicklung begriffen. Seine Verwirklichung und sein Bestehen hängen von vielen außerhalb von ihm liegenden Ursachen und Bedingungen ab. Seine Möglichkeit und seine Wirklichkeit (Potenz und Akt) stehen in einem Kontingenten Verhältnis zueinander, denn der Übergang von der Möglichkeit in die Wirklichkeit ist kein notwendiger. Das relative Seiende ist also selbst in seiner Gesamtheit kontingent. Es hat nicht den vollen Grund aller seiner Seinsbestimmungen in sich. Das Absolute hingegen muss alle diese Begrenzungen ausschließen und von ihnen frei sein. Es ist der grundlose Grund aller relativen (kontingenten) Gründe (W. Cramer), der erste selbst unbewegten Beweger von allem (Aristoteles). Es hat keines der Merkmale des kontingenten Relativen. Es gibt in ihm kein keine kontingente Abfolge  von Möglichkeit (Potenz) und Wirklichkeit (Akt). Es  ist reine aktuelle Wirklichkeit (actus purus). Es gibt in ihm auch keine zeitlich zu durchlaufenden Entwicklungen, sondern ständigen vollen aktuellen Selbstbesitz. Dies nennt man Ewigkeit (aeternitas). Das ist nicht ein unendlicher Zeitablauf, sondern Überzeitlichkeit. Daher ist es absolute  Freiheit. Das ist alles zusammengefasst in der Definition von Boethius: „Aeternitas est interminabilis vitae tota simul et perfecta  possessio“, Ewigkeit ist der (räumlich und zeitlich)  unbegrenzte und zugleich vollendete Besitz des Lebens. [2] Wer oder was ist denn aber nun dieses Absolute? Wir können es nicht sehen, nicht mit ihm sprechen, es bleibt abstrakt. Thomas von Aquin konnte in seiner Zeit davon ausgehen, dass  alle es  als Gott bezeichnen, denn wer hätte es denn sonst sein sollen. In dieser Lage befinden wir uns aber nicht mehr. Wir stehen eigentlich vor derselben Frage, wie einst Moses auf dem Berge Sinai, als ihm das unbekannte Absolute erschien und er fragen musste: Wie heißt du denn, welche Namen kann ich den Leuten für dich nennen? Die Antwort war: „Ich bin der ‚Ich bin‘“, also das Sein selbst.  Wo können wir aber  diesen „Ich bin“ finden?

Gott als Person

Und nun kommt der Schock für alle alten und neuen Aufklärer: Die Antwort findet sich nicht in weiteren abstrakten Vernunftwahrheiten, sondern in der Geschichte. JHWH hat sich in der Geschichte seines Volkes als der „Ich bin immer mit Euch“ offenbart. Dagegen hat sich die Aufklärung von Anfang an gewehrt:  Ewige Vernunftwahrheiten könnten doch nicht  durch „zufällige“ historische Ereignisse bestätigt werden. Die Aufklärung hatte kein Verständnis für Geschichte; erst bei Hegel kommt die Weltgeschichte wieder in den Blick. Der Kontakt zwischen dem Menschen und dem absoluten „Ich bin“ kann sich aber nur in der Geschichte ereignen, denn diese ist der Raum unserer Existenz und deshalb unserer Möglichkeit, zu denken, zu entscheiden, zu wählen und frei zu sein. Es geht also sozusagen um eine doppelte Offenbarung: Das Absolute als transzendente +Wirklichkeit offenbart sich in unserer Immanenz dadurch, dass diese durch ihre Relativität und Bedingtheit auf eine notwendige transzendente Begründung verweist. Es bleibt aber stumm und anonym. Um für uns relevant zu werden, muss es in einem zweiten Offenbarungsschritt in die Geschichte eintreten, also in den Raum unserer Freiheit. Hier erst bekommt sie den Namen „Gott“. Heute geht es um die Frage, ob es diese Person, diesen „Ich bin“ wirklich in unserer Geschichte gibt.

Unser Gott

Blaise Pascal, Mathematiker, Physiker und Philosoph (1623 - 1662), beschreibt in seinem berühmten Mémorial (Erinnerungsvermerk)  von 1654  seine mystische Erfahrung des persönlichen Gottes und sagt unter anderem: „Feuer. Gott Abrahams, Gott Isaaks, Gott Jakobs, nicht der Philosophen und Gelehrten… Nur auf den Wegen, die das Evangelium lehrt, ist er zu finden.“

Die endgültige Antwort kann nur die Geschichte geben.

Damit ändern sich grundsätzlich die Beweismethoden. Was die Philosophie erkennt, das sind sozusagen „ewige Vernunftwahrheiten“, die auch gelten würden, wenn kein Mensch existierte. Nun aber fragen wir nach  geschichtlichen Ereignissen, wobei wir auf Zeugen und Urkunden angewiesen sind, wie sie nicht nur in der historischen Forschung, sondern auch in Gerichtsverfahren zu prüfen sind. Es ist deshalb nicht abwegig wenn auch schon ein englischer Jurist die biblischen Berichte mit den Maßstäben der für alle Bundesgerichte in den USA geltenden amtlichen Beweisregeln (Federal Rules of  Evidence) untersucht hat. [3] [3 Charles Foster, Die Akte Jesus, dt. Ausg. 2008] 

Damit beschäftigt sich die Fundamentaltheologie (auch theologische Erkenntnislehre oder ähnlich genannt).  Sie muss fragen, ob es mit der Vernunft vereinbar, also glaubwürdig ist, wenn wir glauben, dass dieses Absolute zu einer ganz bestimmten Zeit in einer ganz bestimmten Person, nämlich Jesus Christus, so „konkret“ geworden ist, dass der erste Brief des Johannes (1,1) sagen kann: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir gesehen haben mit unseren Augen, was wir betrachtet haben und unsere Hände betastet haben, … das verkünden wir euch“.

Die Bibel ist Geschichte, kein Mythos

Niemals können die neutestamentlichen Berichte über das Leben und die Taten Jesu als „Mythen“ oder „mythologische Redeweise“ verstanden werden. Für die neutestamentlichen Zeugen steht und fällt die christliche Botschaft mit dem Anspruch, sich auf historische Tatsachen zu stützen, und gerade durch die Botschaft vom realen Eintreten Gottes in die Geschichte unterscheidet sich das Christentum von allen anderen Religionen. Viele der „historischen Heilstatsachen“ wie etwa die Empfängnis vom Heiligen Geist, der Kreuzestod und die real leiblich-seelisch verstandene Auferstehung aus dem Grabe sind für die Jünger und ihre Zeitgenossen zunächst genauso unglaublich und schwer annehmbar gewesen  wie für uns heute, aber sie mussten sich der Gewalt dieser Tatsachen beugen und bezeugten sie deshalb gegen alle Versuchungen und Widerstände, weil sie wussten, dass diese Ereignisse „existenzielle“ Bedeutung für die Mensch­heit gerade wegen ihrer Objektivität und historischen Wahrheit haben.

Das apostolische Zeugnis

Die Jünger und vor allem die zwölf Apostel  erkennen also, wer Jesus ist und was er will, durch das längere enge Zusammenleben mit ihm. Das ist die umfassendste und natürlichste Weise, andere Menschen kennen zu lernen. Diese Erkenntnis ver­mittelt die Erfahrungsgewissheit, auf die sich jeder ständig im Leben verlassen muss. Bei der Prüfung, ob diese Erkenntnis zuverlässig war, können nur die Maßstäbe  angelegt werden, die für diesen Erfahrungsbereich allgemein gelten. Es geht also um Zeugenbeweis.  Genauso beschreibt die Bibel das persönliche Kennenlernen zwischen Jesus und den Jüngern. In Jesus Christus wird Gott zur Person, mt der wir sprechen und zu der wir beten können.

[1] Beispiele bei  Mircea Eliade, Geschichte der religiösen Ideen, v. a. Bd. 1, 1993. – [2] Mircea Eliade a. a. O., Bd. 4, Quellentexte, übersetzt und herausgegeben von Günter Lanczkowski, 1993, S. 66]

 

 

 

 

Impressum

Herausgeber: Bund für evangelisch-katholische Einheit e.V.          

Vorstand: Pfr. Raymund B. Schwingel, Pfr. Ferry Suárez, Pfr. Lic.theol. Volkmar Walther                      

Geschäftsstelle: Pfr. Ferry Suárez, Kirchplatz 3, 08451 Crimmitschau,

pfarrer.suarez.@laurentius-gemeinde.de

Bezugspreis: gegen Spende.  Als Mitglied: im Beitrag von 40,00 € enthalten

Die Zeitschrift erscheint zwei- oder dreimal jährlich bei gleichem Gesamtumfang   (insg. ca. 100 Seiten).

Bankverbindung: VR Genoba Fulda, BLZ 530 60180, Konto-Nr. 4820´

Redaktion: Dr. Hansjürgen Knoche, D-30171 Hannover, Seilerstr. 24

  Email: knochedrhannover.1@web.de,  Internet: www.knochedrhannover.de,                    Blog : http://knochedrhannover.wordpress.com

Druck: Ev.-Luth. Kirchengemeindeverband Crimmitschau, Homepage: www.kgv-crimmitschau.de, Email: info@kgv-crimmitschau.de                  

Verfasser dieses Heftes: Hansjürgen Knoche;  Dr. Gisela A. Schröder, Feuerbachstr. 51, 14612 Falkensee;  Pfr. em. Volkmar Walter, Feuerbachstr. 17, 0219 Dresden.

Datenschutz: Die Geschäftsstelle speichert die Namen, Vornamen und Postadressen der Mitglieder, Förderer, Spender und Bausteinebezieher. In der Buchführung werden nur Name Betrag und Zahlungsgrund gespeichert. Diese Daten sind nur dem Vorstand, dem zuständigen Sachbearbeiter und dem jährlich von der Mitgliederversammlung gewählten Rechnungsprüfer zugänglich. Im Impressum der Bausteinehefte werden die Namen und Postadressen der Verfasser genannt. Das neueste Heft wird auf www.knochedrhannover.de veröffentlicht. In den Programmen des ök. Arbeitskreises an St, Canisius Berlin werden Name und Vorname der Referenten genannt. Sie werden auf dem Blog http://EvangelischKatholisch.wordpress.com veröffentlicht. Alle persönlichen Daten werden auf Wunsch weggelassen oder gelöscht, soweit die Beibehaltung nicht durch übergeordnete, z. B. steuerrechtliche Vorschriften gefordert ist.

Wie Sie unsere ökumenische Arbeit finanziell unterstützen können

Spende: Die können Sie von der Steuer absetzen. Die erforderliche Bescheinigung erhalten Sie von uns am Jahresende (auf Wunsch auch sofort).

Dauerauftrag: Das beste Mittel, damit es nicht nur bei der guten Absicht bleibt! Erteilen Sie ihn Ihrer Bank oder Sparkasse. Sie können ihn jederzeit widerrufen. Für uns hat er den Vorteil, dass wir einen festen Betrag einplanen können.

Einzugsermächtigung: Sie können uns den Auftrag erteilen, regelmäßig einen bestimmten Betrag von Ihrem Konto abzubuchen. Das erforderliche Formular schickt Ihnen die Geschäftsstelle gern zu. Auch ihn können Sie jederzeit widerrufen.

Unser Spendenkonto: Bund für ev.-kath. Einheit e.V. VR Genoba Fulda, IBAN DE48 5306 0180 0000 0048 20  BIC GENODE51FUL